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Ückendorf-Süd

SPD-Kulturpolitiker: "Keine Geschichtsklitterung beim Halfmannshof betreiben"

Veröffentlicht am 18.10.2011 in Kommunalpolitik

Künstlersiedlung Halfmannshof (Blick auf das Fachwerkhaus)

Auftreten und Argumentation der sogenannten Bürgerinitiative "Rettet die Künstlersiedlung Halfmannshof" bei einer Unterschriftensammlung auf der Bahnhofstraße am Samstag beurteilt die SPD-Ratsfraktion als nicht sachdienlich und bewusst provozierend.

"Wenn man die von den Führungsfiguren des BBG im Verbund mit den wenigen verbliebenen ansässigen Künstlern vorgebrachten Argumente betrachtet, dann kann man nur von bewusster Desinformation der Öffentlichkeit sprechen", beurteilt der Geschäftsführer der SPD-Ratsfraktion Dr. Günter Pruin die Darstellung.

"Es ist ein Skandal, Verwaltung und ggw mangelnde Gesprächsbereitschaft vorzuwerfen, nachdem beide sich über Jahre hinweg um einen Dialog mit den ansässigen Künstlern bemüht haben, der immer wieder ausgeschlagen und blockiert wurde. Nun wird eben dieses Entgegenkommen mit eifriger Unterstützung politischer Scharfmacher von jenen eingefordert, die nie ein echtes Interesse daran hatten, um aus Eigennutz notwendige Prozesse auf Kosten der Allgemeinheit zu verhindern oder zumindest zu verzögern."

Diese Einschätzung teilt auch der Stadtverordnete Albert Ude, der jahrelang um einen konstruktiven Dialog zwischen Kommunalpolitik und den Vereinsstrukturen am Halfmannshof bemüht war. "Die jetzigen Aussagen sind Geschichtsklitterung. Hätten die Verantwortlichen im Verein einen Dialog gewollt, sie hätten ihn führen können. Stattdessen hat man sich dort aber jede Kooperation als Einmischung von außen strikt verbeten." Ude sieht den Grund dafür in einer Unfähigkeit der auf Vereinsseite handelnden Personen zum konstruktiven Dialog. "Die Realität wird dort einfach ausgeblendet, eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Anspruch und den eigenen Leistungen konsequent unterdrückt. Stattdessen wird Front gegen die Verwaltung gemacht, die bereits in der letzten Woche eine inhaltlich klare und richtige Darstellung des Sachverhalts herausgegeben hat."

"Man muss leider offen aussprechen, dass der Halfmannshof in seiner jetzigen Form nicht zukunfts- und überlebensfähig ist", so Ulli Jacob, der als direkt gewählter Stadtverordneter im Ückendorfer Süden auch den Halfmannshof als Teil seines Wahlkreises vertritt. Der Unwillen des dortigen Künstlervereins zur konzeptionellen, inhaltlichen und personellen Erneuerung habe dazu entscheidend beigetragen. "Die Anwohner im Stadtteil sind stark sensibilisiert für die Vorgänge auf dem Hof. Sie nehmen ihn längst nicht mehr als das kulturelle Epizentrum wahr, zu dem ihn Frau Strohmeier und ihre Mitstreiter stilisieren wollen." In den letzten Jahren habe sich oft eher das Bild einer kulturellen Brachfläche als eines blühenden Hofes geboten.

"Es ist geradezu ironisch, dass die anstehende Neukonzeption des Halfmannshofes nun immerhin etwas geschafft hat, was langjährige Dialogangebote der Verwaltung bei den Ansässigen nicht zu erreichen vermochten – sich überhaupt einmal über das Hofgelände hinaus und ins Stadtgebiet hinein kulturell zu engagieren und auf die eigene Existenz aufmerksam zu machen", befindet Dr. Pruin abschließend. Die SPD-Fraktion werde in jedem Fall an dem von der Verwaltung vorgelegten Konzept festhalten.

Stadt Gelsenkirchen: Reaktion auf einen Brandbrief des Vereins Künstlersiedlung Halfmannshof e.V.

WAZ 11.10.2011: Stadt weist Vorwürfe der Künstlersiedlung Halfmannshof zurück

WAZ 16.10.2011: Protest auf Bahnhofstraße - Hände weg vom Halfmannshof

 

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